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Lieder- und Notenhefte aus der Heftreihe"Volksmusik, -gesang und Tanz aus der Oberpfalz"

8 schöne Stückl der

Schnaittenbacher Stubenmusi I

Die 8 Stücke der Schnaittenbacher Stubenmusi (sie besteht seit 1961) wurden in der Besetzung 2 Zithern, Hackbrett, Gitarre und Baß gespielt.

Es gibt Volksmusikstücke, die untrennbar mit einer Gruppe verbunden sind. Bei der Schnaittenbacher Stubenmusi haben wir es mit einer solchen Gruppe zu tun, die sich ihre eigenen Stücke schuf und diese mit ihrem eigenen Musizierstil zur Reife brachte.
In diesem Heft ist eine kleine Auswahl der von Michl Meißner in der Oberpfalz gesammelten Musikstücke zusammengestellt. Den größten Teil hat er von alten Ziehharmonikaspielern übernommen, dieselben in Noten überschrieben, für eine kleine Spielgruppe gesetzt, und schließlich hat er den Stücken Namen gegeben.

Die Stücke stammen von Michl Meißner selber, Josef Janda, einem Harmonikaspieler, der vor einigen Jahren verstorben ist und vom Waldhamer-Duo.

 

Stücke: Schnaittenbacher Stubenmusik I
1. Vom Wold füra - Landler
2. Roadbühler Polka
3. Ehenbachtaler Landler
4. Goaßboat - Bairischer
5. Drunt beim Ochsenwirt - Bairischer
6. Weilbochwalzer
7. Stoaplattl Polka
8. Auf da Hoid

Michl Meißner
wurde am 14.07.1912 auf einem kleinen Bauernhof in Haidhof bei Schnaittenbach geboren. Schon mit 8 Jahren erlernte er das Zitherspielen. In den 20-er Jahren kamen noch weitere Volksmusikinstrumente dazu. Seit 1932 übte Michl Meißner Musiklehrertätigkeit für die erlernten Instrumente aus.

Im Jahr 1940 gründete Michl Meißner (Zither) zusammen mit zwei seiner Schüler das MeißnerTrio. Sein Bruder Sepp spielte Gitarre und Willi Reiß ebenfalls Zither. Neben dem Meißner-Trio, das zu dem Begriff der Oberpfälzer Volksmusik wurde, führte Michl Meißner ab 1953 die Gesangsgruppe, die Schnaittenbacher Moila, im Hörfunk zu überregionaler Bedeutung. In den 60-er Jahren erweiterte sich das Meißner-Trio um Hackbrett und Bass; die Gruppe nannte sich von da an, die Schnaittenbacher Stubnmusi unter der Leitung von Michl Meißner.

Eine Aufgabe sah Michl Meißner darin, alte überlieferte Oberpfälzer Musikstücke zu sammeln. Da kaum Notenmaterial dieser bodenständigen Volksmusik vorhanden war, besuchte er Harmonikaspieler und Wandermusikanten, u. a. den Janda-Sepperl.
Michl Meißner ließ sich vorspielen, zeichnete die Stücke dann in Noten auf, ergänzte die so erhaltenen Kulturwerte, bearbeitete oder überarbeitete sie für seine Instrumentalbesetzung. Daneben schrieb oder wie Meißner sagte, "strickte" er selbst verschiedene Musikstücke. Michl Meißner achtete stets darauf, dass die vorgetragenen Musikstücke auch im Rhythmus original waren, d. h.: Das Musikstück musste so vorgetragen werden, dass jederzeit darauf getanzt werden konnte. Ein großes Anliegen von Michl Meißner war es immer, die von ihm aufgezeichneten, überarbeiteten und auch selbstgestrickten Musikstücke, die er mit dem Meißner-Trio und seiner Schnaittenbacher Stubnmusi spielte, auch der Nachwelt zu erhalten.

Meißner-Trio

Meißner Trio
(v.l. Willi Reiß, Michl, Meißner, Sepp Meißner)

Zahlreiche Archivaufnahmen beim Bayer. Rundfunk, verschiedene Plattenaufnahmen, die Herausgabe von Notenheften, die nachgewachsenen Musikgruppen, die er formierte und anleitete und das breite Musizieren in seiner Heimat beweisen, dass sich sein Einsatz gelohnt hat.

Schnaittenbacher StubenmusiWährend seines ganzen Lebens hat Michl Meißner die Menschen mit seiner Musik begleitet. In den Abendstunden des 07.12.1995 verstarb Michl Meißner. Mit dem Schlussakkord eines Geburtstagsständchens im Kreise seiner Volksmusikfreunde endete ein Leben, das sich unermüdlich einsetzte für unverfälschte Oberpfälzer Volksmusik, für Tradition und Brauchtum. Mit seiner Arbeit legte Michl Meißner sicherlich den Grundstein dafür, dass sich die Stadt Schnaittenbach die "Stadt der Volkstumspflege" nennt. Dafür erhielt er die silberne Bürgermedaille; für seine besonderen Verdienste verlieh ihm der Landkreis Amberg-Sulzbach die Ehrenmedaille in Gold und der Oberpfälzer Volksliedkreis die goldene und silberne Ehrennadel. Michl Meißner war Buchberg-Silberdistelträger.

Josef Janda (Janda Seppen)

war einer der letzten Wandermusikanten, der sich in Wirtshäusern, auf Kirchweihen, in Privathäusern - er tauchte mitten in der Heuernte auf - , kurz bei allen Gelegenheiten durchs Leben spielte. Er war beliebt und ein Könner auf seiner Ziehharmonika mit einem ungewöhnlichen Reichtum an Melodien und Stücken.
Josef Janda wurde am 11. August 1898 in Hiltmannsberg bei Hersbruck geboren. Er starb im Alter von 77 Jahren am 3. Februar 1975 in Floß, wo er auch begraben liegt.
Seine Eltern hielten sich nur wenige Jahre in Bayern auf und kehrten dann wieder nach Neu-Losimtal im Egerland zurück. 1945 nach der Vertreibung kam er nach Holzhammer bei Wernberg. Nach dem Tod seiner zweiten Frau zog er zu seinem Sohn Wilhelm nach Schnaittenbach. In Floß fand er seit 1957 seine endgültige Heimat.

Das Waldhamer-Duo

ist eine Gruppe aus Waldheim in der Nähe von Georgenberg, direkt an der tschechischen Grenze. Es spielte in der Besetzung Ziehharmonika und Gitarre.